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5. Session, Teil 2: Der zweite Tag in Punin

Verfasst: 19.10.2019, 10:42
von phil
Der Tag begann mit einem Besuch in der Magierakademie, wo sich die Gruppe zum Arkanen Institut durchfragte, um Salandrion in seiner Sprechstunde zu besuchen. Das Warten vor dem Büro gab Anlass zu einigen humorvollen Einblicken ins aventurische (bzw. Puniner) Academia – wegen einer am Folgetag stattfindenden Examinatio war der Flur mit (mehr oder weniger nervigen) Scholaren überfüllt, die unbedingt vor der Prüfung noch mit dem Magister sprechen wollten und erst nach etwas „Mentoring“ durch Rahjadan und Adamancor von dannen zogen.

Salandrion konnte, nachdem Rahjadan ihn auf die Chroniken von Ilaris ansprach, zumindest offenbaren, dass er die (fürs Abenteuer eher irrelevante) Passage „Vom Wesen der Menschen“ kannte; für weitere Recherchen stellte er Rahjadan aber diverse Passierscheine für die Bibliothek aus. Ansonsten wurde seine Poesiesammlung „Geliebte Fee“ zum Running Gag, von der er gleich zwei signierte Exemplare für Naheniel und Rahjadan überreichte (und im Zuge des Gesprächs ungeplanterweise immer mehr Richtung Gilderoy Lockhart abdriftete). Mangels Interesse für „praktische Artefaktanalysen“ verwies der Magister die Gruppe in diesen Fragen ans Archiv.

Dort kam es zu einem ausführlichen Gespräch mit dem zweiten Archivar Nazir Ragaza (den Rahjadan noch flüchtig von früher kannte, natürlich ohne etwas von seinen finsteren Treiben zu ahnen – dementsprechend berichtete die Gruppe ihm ausführlich von ihrem Wissen über die Harfe und den Begegnungen mit den Kulten des Namenlosen, was sicherlich noch ein Nachspiel haben wird). Nazir verwies dann auch an Rhodenio Faysharan und teilte mit, dass diesem die Leitung der Harfenanalyse inneliege und die Gruppe ihn am besten abends im Löwe & Einhorn antreffen könne…

Mittags ging es dann (ohne Fredo, der derweil schon mal als Vorbereitung für den Abend die Madathermen samt Umgebung erkundete) zur Commandatur, um nach dem Gefangenen zu sehen. Dort traf die Gruppe zu ihrer Überraschung auf eine Delegation der PRAioten unter dem Inquisitor Amando Laconda da Vanya (in unserer Zeitlinie Prätor der Gilbornshalle, aber noch nicht Großinquisitor). Meine Motivation mit dieser Szene war, a) im Gegensatz zu so manch offiziellem DSA-Abenteuer die Obrigkeit im Zuge einer ernstzunehmenden Bedrohung (wie einem NL-Kult) tatkräftig statt inkompetent wirken zu lassen und b) die PRA-Kirche zwar durchgreifend, aber durchaus nicht unvernünftig darzustellen. (Amando Laconda da Vanya ist in diesem Sinne einer meiner Lieblings-NPCs, was sicherlich auch an der Darstellung durch den SL meiner G7-Runde liegt). Das Gespräch mit dem Inquisitor fand sehr „auf Augenhöhe“ statt. Er ging auf den Vorschlag der Gruppe ein, dass die Inquisition Hanzal verhören und (nach Einschätzung des Inquisitors) Ergebnisse an die Gruppe weitergeben werde. Den Fragen und Informationen der Gruppe zu Simyala und dem Basiliskenkönig gegenüber war der Inquisitor sehr offen; inwiefern sich dies in den Ergebnissen der Befragung (die die Gruppe am nächsten Spieltag erreichen sollten) niederschlagen wird, muss ich mir noch überlegen – bin für Vorschläge offen :-). Die Helden berichteten ebenfalls bereits von der falschen Prophetin, bei der Azila (angeblich) getanzt hatte – Amando Laconda kündigte an, dass die Tänzerin und die Prophetin (die den PRAioten bekannt ist, aber für harmlos gehalten wird) ebenfalls befragt werden sollten, dass Hanzals Verhör allerdings Priorität habe.

Später begaben sich Fina und Rahjadan zur Bibliotheksrecherche in die Akademie, wo dank Salandrions Passierschein in den weniger zugänglichen Bibliotheksflügeln des Arkanen Instituts die Quellen Q12 bis Q16 gefunden werden konnten. Andamancor traf derweil in der Halle des Heiligen Caralus, dem RONdra-Tempel, auf die Knappin der Göttin Salkya Firdayon. Da diese nicht nur von ihm und seinen Heldentaten gehört hatte, sondern auch sehr erfreut über seine (perfekt in ihre Geron-Recherchen passenden) Berichte zu Geron-Stele und –Kloster war, gab sie ihm Einsicht in die im Allerheiligsten des Tempels lagernden Ausschnitte aus den Chroniken von Ilaris (Q23). Im weiteren Verlauf der Kampagne wird es vermutlich weitere Anknüpfungspunkte geben, da Salkya nach den Berichten zum Erbe Gerons gleich begann, eine Kosch-Expedition zu planen.

Am Nachmittag fand die Gruppe wieder in der Gaststätte zusammen, um die Erkenntnisse des Tages zusammmenzutragen und zu diskutieren; hier wurde auch prompt (als Reaktion auf die Harfenrecherche) der erste Brief der Ilaristen unter der Tür durchgeschoben.

Am frühen Abend ging es dann zur mysteriösen Verabschiedung im Nebel der Madathermen. Die Gruppe war sich einig, dass es besser sei, den Madamanten nicht mitzunehmen – Adamancor verschanzte sich also derweil mit dem Edelstein, den er in seinen Wappenrock einnähte, im RON-Tempel, wo er Salkya, die natürlich ihre Hilfe anbot, soweit wie möglich in die Vorkommnisse einweihte.

Das Gespräch mit der unerkannten Yanis war sehr stimmungsvoll (die Gruppe ließ sich auch bereitwillig auf ihr Spiel ein), aber als Spielleiter recht anstrengend (und schwer zu steuern; am Ende hätte ich gerne mehr Informationen untergebracht). Den genauen Ablauf kann ich nicht mehr rekonstruieren, daher hier die Fragen der beiden Parteien (nicht unbedingt in richtiger Reihenfolge):

Fragen der Helden und Yanis‘ Antworten:
  • "Wer seid ihr?" "Ein unbedeutender Bote." (Interessanterweise kamen hier keine weiteren Nachfragen, sodass die Sha’ay Mada als Organisation nie erwähnt wurde!)
  • "Sucht ihr einen Madamanten?" "Ja." (Facepalm… Danach wurden die Fragen geschickter formuliert.)
  • "Was sind Madamanten?" Hier gab Yanis im Wesentlichen die Informationen aus Quelle Q7.
Yanis’ Fragen und die Antworten der Helden:
  • "Mit welchen Zielen seid ihr nach Punin gekommen?" "Wir suchen die Harfe und betreiben Nachforschungen zu Simyala."
  • "Wozu bedarf es der Harfe?" "Zum Kampf gegen den Namenlosen."
  • "Ist ein Madamant in euren Besitz?" "Keiner von uns dreien hat momentan einen Madamanten im Besitz."
  • "Wo ist der Madamant, auf den ihr Zugriff habt?" "Am Herzen unseres Freundes."
  • "Welche Gruppen interessieren sich noch für euren Auftrag?" "Die Ilaristen und die Schergen des Namenlosen."
Die finale Frage der Helden ("Was habt ihr mit dem Madamanten vor?") führte dann zum Abbruch des Spiels durch Yanis. Sie gab allerdings danach noch den Hinweis auf den schlafenden Stein und verwies zur weiteren Kontaktaufnahme an die Zahori-Sippe. Natürlich unterbreitete sie auch das Angebot, die Harfe zu besorgen – mit dem Madamanten als Gegenleistung. Ihr Hinweis, dass die Gruppe herausfinden solle, wofür die Diener des Namenlosen die Harfe benötigen, wurde von Fina spontan beantwortet: zur Erweckung des Basiliskenkönigs, um ihn auf die Welt loszulassen! Hier fand ich es nicht einfach, Yanis‘ Reaktion abzuwägen – sie fragte also zurück, ob die Helden es sich hier nicht zu einfach machen und hier in Teilen einer Legende aufsitzen.

Alles in allem war das Treffen für die Helden nicht allzu ergiebig, und insbesondere wurde ihnen danach auch schnell klar, dass ihr*e mysteriös*e Gesprächspartner*in nun de facto weiß, dass ihr einziger Gefährte, der nicht beim Treffen dabei war, den Madamanten an seiner Brust verbirgt – dementsprechend nahm dann auch nach dem Zusammenfinden der Gruppe in RON-Tempel Fredo den Stein an sich, während Adamancor einen falschen Stein an seiner Brust einnähte. Raffiniert!

Schließlich begab sich die Gruppe erneut ins Löwe & Einhorn, um endlich Rhodenio Faysharan zu treffen (auf dem Weg traf man noch auf eine Prozession der neulich gegründeten Golgariten). In der Gaststätte bemerkte Fina den Archivar Nazir, der am Nachbartisch „lauschte“ – seltsamerweise reagierte die Gruppe aber nicht darauf. Rhodenio gab sich recht überheblich und alles in allem eher ablehnend – insbesondere war er nicht zu einem ausführlichen Gespräch bereit, bevor die Analyse der Harfe abgeschlossen sei. Die Hinweise auf drohende Gefahren und einen möglichen Diebstahl der Harfe nahm er zunächst wenig ernst, versprach aber (primär, um die Helden abzuwimmeln), eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen.

Am späten Abend begab sich die Gruppe dann (völlig verdachtsfrei) zur Tanzveranstaltung bei der Sharisad. Nach einem leckeren Mahl mit angenehmen Gesprächen bereitete sich Azila dann, während die Helden den Nachtisch genossen, auf ihren Tanz vor – dieser wird allerdings erst beim nächsten Treffen stattfinden (evtl. Ende November, schlimmstenfalls erst im Januar). Bis dahin muss ich mir (insbesondere aufgrund der Vorsichtsmaßnahmen der Helden) noch einige Gedanken machen, wie die Widersacher im weiteren Verlauf des Tanzabends und beim (versuchten) Diebstahl des Madamanten danach vorgehen werden. Yanis glaubt ja weiterhin, dass Adamancor den Madamanten hat; der NL-Kult wird durch den Tanz die Wahrheit erfahren – es bleibt also spannend!

6. Session, Teil 1: Der zweite Abend in Punin

Verfasst: 10.01.2020, 15:14
von phil
Und weiter geht’s – leider fiel das Treffen im November aus, und das Treffen am letzten Wochenende war etwas kürzer als sonst, aber wir sind trotzdem mit den turbulenten Ereignissen in Punin ein gutes Stück vorangekommen.

Der Abend bei der Sharisad näherte sich dem Höhepunkt: Azilas Tanz war eine schöne Szene, und weder Spieler noch Charaktere schöpften Verdacht. Der Diebstahl von Rahjadans Mindorium-Pentragramm, das er vor langer Zeit seitens der Grauen Gilde verliehen bekommen hatte, blieb unbemerkt. Nach dem Tanz stellte die Gruppe noch einige Fragen zu weiteren Orten, an denen die Sharisad in den letzten Wochen auftrat (die Antwort war natürlich gänzlich erlogen).

Auf dem Heimweg zur Gaststätte kam es dann zum Überfall durch vier Kultist*innen des Namenlosen –Adamancor, der beschlossen hatte, getrennt vom Rest der Gruppe im RON-Tempel zu übernachten, bemerkte zwar noch einige verhüllte Gestalten, die grob in die Richtung seiner Gefährt*innen schlichen, ignorierte sie aber zunächst. Fredo bemerkte die Verfolger*innen ebenfalls und erkletterte flink ein Dach, um sich zu verstecken und eine schützende PHE-Liturgie (Sternenstaub) zu wirken, sodass sich Fina und Rahjadan alleine gegen vier Angreifende sahen. Der Ruf „Wo ist der Kleine, der den Stein hat?“ offenbarte, dass die Angreifenden wussten, dass Fredo den Madamanten trug! Nachdem Fina und Rahjadan zwei Kultistinnen erschlagen hatten (beide wurden dabei durch mit Rattensud vergiftete Dolche verletzt), flüchtete der Rest.

Adamancor stieß (den Hilferufen folgend) wieder zur Gruppe, während Fredo, der immer noch in seinem Versteck kauerte, beschloss, den beiden Flüchtenden über die Dächer zu folgen. Durch einige akrobatische Meisterleistungen (mit PHExens Hilfe, will sagen, Mirakeln) verfolgte er die beiden unbemerkt zum Stadttor hinaus und, zu seiner Überraschung, bis zu Azilas Haus. Ich hatte eigentlich gehofft, dass das Hauptquartier des Kultes noch nicht auffliegen würde, aber Spielerwillen und den Würfeln war einfach nichts entgegen zu setzten ;-). Hier wurde es nun interessant: Fredo interpretierte die Situation so, dass die Namenlosen offenbar wussten, wo die Gruppe den Abend verbracht hatte, und nun die „unschuldige“ Tänzerin angriffen – in einem Anfall von Heldenmut (und gegen die Proteste der anderen Spieler, doch wenigstens den Madamanten zurückzulassen, statt ihn den Feinden hinterherzutragen), sprang er ins Haus! Der Kampf gegen die beiden verbleibenden Kultisten lief (dank der noch wirkenden Sternenstaub-Liturgie) gut; die Überraschung war allerdings groß, als die im Hintergrund auftauchende Tänzerin die Vase, nach der sie griff, nicht etwa einem der Kultisten über den Schädel zog, sondern zerschmiss und dem aus den Scherben aufsteigenden Erz-/Sand-Djinn befahl, den Stein zu holen – und gleich ging der Djinn auf Fredo los. Auch wenn der Sternenstaub ihn vorm Ersticken durch den Khôm-Sand schützte, hatte er der Kraft des Elementarwesens wenig entgegenzusetzen: Der Djinn schleuderte ihn an die Decke und zerfetzte seine Kleidung, um den Madamanten zu erreichen. Fredos Versuch, den Stein aus dem Haus zu schleudern, schlug fehl – aber zumindest ließ das Wesen, nachdem es den Stein gesichert hatte, von ihm ab, und Fredo konnte verwundet aus dem Haus flüchten.

Da auch Fredo mehrmals von vergifteten Dolchen verletzt worden war und der Rattenpilzsud auf ihn als Geweihten sicherlich schlimmere Wirkung hatte als auf seine Gefährt*innen, schaffte er es nicht bis zur Herberge der Gruppe, bevor er mit purpurnen Schwaden vor den Augen zusammenbrach. Der Rest der Gruppe fand ihn und Fina brachte ihn, nachdem er noch mitteilen konnte, dass Azila mit dem Kult unter eine Decke steckt und ihr Haus offenbar das Hauptquartier des Kultes ist, zum TSA-Tempel, wo dank heilender Liturgien Schlimmeres verhindert werden konnte.

Währenddessen überzeugten Adamancor und Rahjadan die Stadtgarde, die zwischenzeitlich aufgrund der Hilferufe und der Leichen am Kampfplatz in Alarm versetzt war, in Azilas Haus einzudringen, um den finsteren Machenschaften ein Ende zu setzen. Dort trafen sie lediglich den „überraschten“ Al’Rik an, der sich angeblich auf Azilas Geheiß im Haus verbarrikadiert hatte, da „finsteres Gesindel“ in den Straßen unterwegs sei. Azila habe das Haus wegen wichtiger Geschäfte verlassen müssen (in Wirklichkeit ist sie natürlich mit dem Rest des Kultes im Geheimversteck in der Kanalisation, um Beorn den Madamanten zu bringen).

Eine schnelle Untersuchung des Hauses förderte nichts zu Tage (außer, wie im Abenteuer vorgeschlagen, Azilas verdächtige Vorliebe für Purpur und Schwarz bei der Einrichtung ihres Schlafgemachs). Insbesondere ließ ich die Gruppe bei einer schnellen (profanen) Durchsuchung des Kellers den Eingang zum Versteck des Kultes noch nicht finden, da ich für die Konfrontation mit Beorn gerne die gesamte Gruppe (idealerweise im Vollbesitz ihrer Kräfte) zusammen haben möchte (Details folgen). Nachdem die Garde zwischenzeitlich schon befürchtete, dass sie gerade (bestenfalls) Adamancors Verdacht ins falsche Haus gefolgt war oder (schlimmstenfalls) bei einem Einbruch unterstützt hatte, wog das Wort eines RONdrianers und eines Magiers trotz fehlender Beweise schwer genug, als dass man an (offenbar gut versteckte) Namenlose Umtriebe glaubte und darauf bestand, die Inquisition einzuschalten – die Helden stimmten (wenig überraschend) zu, da sie im Vorfeld ja bereits erstaunlich gut mit der Inquisition zusammengearbeitet hatten. Die Nacht endete also damit, dass Sonnenlegionäre das Haus unter Beschlag nahmen und in diesem Zusammenhang der Gruppe wie besprochen auch schon erste Ergebnisse von Haisals Verhör mitteilten: Hier tobte ich mich voll aus – man hatte herausgefunden, dass Haisal zwar keine Weihe empfangen hatte, aber sehr wohl dem Namenlosen diente. Unter hochnotpeinlicher Befragung kamen einige Informationen zu seinem eigenen Hintergrund und zu Yolanthe zu Tage; er widerstand dem Verhör aber soweit, dass zum der Rest des Kultes und seinem Versteck nichts herauskam. Haisal rief unter Folter Belhalhar an, zwei Sonnenlegionäre starben, und Haisal selbst konnte nur mit Mühe am Leben erhalten werden. Die Fortsetzung des Verhörs ist für den nächsten Tag geplant. Mein Plan ist, der Gruppe zum geeigneten Zeitpunkt die Information, dass (und wie, z.B. mit einem geheimen Wort und einem kleinen Blutopfer…?) ein Geheimzugang im Keller geöffnet werden kann, von der Inquisition bekommt. Vermutlich wird diese sie aber eher von Al’Rik erhalten, der zum Beispiel auf Drohungen, dass seiner (angeblich) gefangenen Mutter etwas zustößt, sehr redselig reagieren dürfte.

Nach diesen chaotischen Ereignissen übernachtete die Gruppe im TSA-Tempel. Ich hatte weder damit gerechnet, dass die Gruppe den Madamanten verliert, noch dass Azila sich bereits offenbaren muss, aber so kann’s gehen :-). Die Sitzung ging noch weiter, ich setze meinen Bericht bei nächster Gelegenheit fort.

6. Session, Teil 2: Der dritte Tag in Punin

Verfasst: 19.01.2020, 13:29
von phil
Nach einem weiteren Kurzbesuch bei der Inquisition zur beidseitigen Berichterstattung (bei der die Gruppe auch das „mächtige Mada-Artefakt“, das der Namenlosen-Kult besitzt, erwähnte), trennte sich die Gruppe. Der wieder halbwegs genesene, aber in seinem Glauben erschütterte Fredo begab sich zum PHEx-Tempel und erzählte in seiner Verzweiflung dem Vogtvikar ALLES – inklusive der Informationen zum verlorenen Madamanten und der Rattenpilzsud-Vergiftung. Der Vogtvikar war sichtlich schockiert, erlaubte dem Geweihten aber selbstverständlich, zur Meditation im Tempel zu bleiben, und sandte (über einen Grauling) eine Nachricht an den Rest der Gruppe.

Diese begab sich nun endlich einmal zum HESinde-Tempel. Die Recherche in der Bibliothek förderte die Quellen Q4, Q10 sowie (zur Freude der Gruppe) die teilweise bereits bekannten Schriften ihres alten Freundes Abdul al Mazar (Q8, Q9) zu Tage. Da Rahjadan Verweise auf den Codex Emeraldus fand, in dem er Informationen zu Madamanten vermutete, sprach er die Bibliothekarin auf das offenbar nicht frei zugängliche Buch an, die ihn gleich an Ector vom Berg verwies – und so kam es endlich zum Zusammentreffen mit einem weiteren (unerkannten) Antagonisten.

Zu meiner Freude erwähnte Rahjadan beim Vorstellen sein Mindorium-Pentagramm und konnte also überrascht bemerken, dass das Abzeichen verschwunden war. Im langen Gespräch mit Ector berichtete Rahjadan von der Kontaktaufnahme durch die Ilaristen und übergab dem „überraschten“ Hochgeweihten sogar den Brief. Ebenso berichtete er recht offen von der Auseinandersetzung mit dem Namenlosen-Kult sowie dem Verlust des Madamanten. Sobald die Inquisition erwähnt wurde, gelang es Ector vom Berg mit seinem eingeworfenen Verdacht, dass „die Puniner PRAios-Kirche von Namenlosen unterwandert“ sein könnte, erstaunlich gut, für Entsetzen und offene Münder am Spieltisch zu sorgen ;-). Einige von Rahjadans Fragen beantwortete Ector vom Berg eher vage (insbesondere, wenn es um Simyala und Mada ging), gab aber meist offen zu, dass er nicht alles mitteilen kann oder darf („Dieses Wissen ist Hohepriestern der Allwissenden vorbehalten.“) – lediglich bei Fragen zur Harfe der Winde erkannte Rahjadan (aufgrund einer sehr guten Menschenkenntnis-Probe), dass seine Unwissenheit wohl vorgetäuscht war.

Am Ende des Gesprächs gab der Geweihte der Bibliothekarin die Erlaubnis, Rahjadan Einsicht in den Codex Emeraldus zu gewähren (alles andere wäre wohl zu auffällig gewesen), sodass Rahjadan schließlich die fehlende Seite zum Madamanten-Ritual bemerkte. Er schüchterte diesbezüglich noch die Bibliothekarin ein, die (hinter verschlossenen Türen) Ector davon „berichtete“, fand aber nichts weiter heraus.

Alles in allem funktionierte das Intrigenspiel mal wieder besser als gedacht – die Spieler schwankten am Ende zwischen verschiedenen Extremen von „Wenn die PRAioten in der Tat von Namenlosen unterwandert sind, würde das erklären, warum die bisher so hilfreich waren!“ bis hin zu „Vielleicht ist Ector doch nicht auf unserer Seite? Genau mit solchen Taktiken würde doch ein geheimer Kult Zwietracht säen! Wir hätten ihm nicht so blauäugig alles erzählen sollen…“ :-).

Auf dem Rückweg berichtete Rahjadan dem Pförtner der Magierakademie noch von seinem gestohlenen Pentagramm (da er die „Gefahr der Impersonifizierung“) sah… Dazu später mehr. Am Abend erreicht die Gruppe in der Gaststätte dann der zweite Brief der Ilaristen sowie die Nachricht von Fredo (gemeinsam mit der Warnung des Vogtvikars, dass ihr Freund von Namenlosen Zweifeln geplagt sei). Fredo übernachtete im PHEx-Tempel, half beim Gottesdienst und meditierte, wobei ich eine weitere Mada-Vision platzierte. An diesem Abend trat (ohne Wissen der Gruppe) Azila im Löwe und Einhorn auf, danach kam es dann zum Mord an Rhodenio und zum Diebstahl der Harfe.

6. Session, Teil 3: Der vierte Tag in Punin

Verfasst: 19.01.2020, 19:06
von phil
Am nächsten Morgen standen dann, nachdem Rhodenio ermordet und am Tatort Rahjadans Pentagramm gefunden worden war, die Garde, der ODL sowie Salandrion Finkenfarn vor der Tür! Da die Gruppe sich ja bereits mit Salandrion getroffen (und angefreundet) hatte und Rahjadan außerdem am Vorabend in der Akademie von seinem gestohlenen Pentagramm berichtet hatte, kam es statt zur Verhaftung zu einer schnellen Unschuldsklärung mittels Analys und Blick in die Gedanken (seitens Salandrion). Eine sehr nette Szene, die das im AB geplante Railroading dieser Episode stimmungsvoll aushebelte – und zwischen Salandrions Beteuerungen („Das ist mir alles sehr unangenehm, meine Freunde…“), einem etwas aufbrausenden ODL („Keine Festnahme?! Zutiefst irregulär!“) und der völlig überforderten Garde kam auch der Humor nicht zu kurz.

Selbstverständlich schloss sich die Gruppe nach Klärung der Situation Salandrion an, um in der Akademie zu ermitteln. Die Untersuchung des Tatorts, der Leiche und des Analyseberichts ging sehr effizient über die Bühne; den recht finsteren Ideen zur Befragung des Geists des Verstorbenen ging die Gruppe dann (trotz Salandrions zögerlichen Hinweisen auf den in Unter-Punin lebenden und von der BORon-Kirche gesuchten Geisterbeschwörer Yalach Tazani) doch nicht nach…

Durch Fredos Gassenwissen und die Kontakte der Gruppe zum Löwe und Einhorn konnten die Geschehnisse der letzten Nacht recht schnell aufgeklärt werden (Azilas Auftritt in geschlossener Gesellschaft, Rhodenios Rückkehr zur Akademie mit der angeblichen Dienerin). Das kurze Eintauchen ins Bedienstetenmilieu der Akademie war unterhaltsam, forderte aber nur zu Tage, dass Azila offenbar einen recht einfach zugänglichen Bedienstetenschlüssel gestohlen hatte. Dass der 2. Archivar Nazir Ragaza seit dem Zwischenfall verschollen war, fand die Gruppe bereits heraus, konnte aber noch keine Zusammenhänge herstellen.

Damit endete die Session, vermutlich geht es erst Anfang April weiter – wir werden dann höchstwahrscheinlich die Punin-Episode abschließen. Das Spiel in der Stadt und mit den verschiedenen Mächtegruppen macht ungemein Spaß – und bisher sind die längeren Spielpausen auch weniger schädlich fürs Intrigenspiel als gedacht. Ich freue mich natürlich ganz besonders auf das Aufeinandertreffen meiner Phileasson-Veteranen mit Beorn dem Blender!

Bis bald
Philipp