Phileasson Saga mit Siebenjährigen

Berichtet von eurer Phileasson-Spielrunde!
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Gion
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Phileasson Saga mit Siebenjährigen

Beitrag von Gion » 01.11.2026, 15:09

Ich habe angefangen, die Phileasson Saga mit drei Siebenjährigen zu spielen. Inzwischen sind wir in "Der Unglückswolf" - die Sairan Hokke konnten bereits vor den Zorgan-Pocken gerettet werden.

Zu den Rahmenbedingungen: wir spielen, wenn es passt und das Energie-Level für alle es zulässt, Montags von 16:00 bis 18:30 Uhr. Für die drei Kinder ist es gefühlt das Highlight der Woche. Eins ist mein Kind, die anderen beiden sind Teil unserer Wohngemeinschaft. Fast jedes Abendessen haben sie Fragen an mich, wollen wissen, wie ein Zauberspruch funktioniert, was man gegen die Dunkelelfen sonst hätte tun können, und ob es gerade so kalt ist wie in der Klirrfrostwüste.

Wir spielen mit einem World of Dungeons angelehnten System. Es gibt also fünf Attribute und jeder hat zwei, drei Sonderfähigkeiten, wie etwa "Alte Schriften entziffern" oder "Heimlichkeit". Wir haben einen Zauberer, einen Spitzbuben (Streuner) und einen Waldläufer in der Gruppe. Zuvor haben die drei bereits den Wald ohne Wiederkehr überstanden. Es gibt bei den Würfen die Ausgänge voller Erfolg, Erfolg mit Haken und Fehlschlag. Jeder hat 10 Lebenspunkte. Man kann Rüstung haben, die vom Schaden abgezogen wird. Zauber sind angelehnt an DSA-Zauber, werden aber recht freihändig gehandhabt. Hat man drei Fehlschläge auf ein Attribut gewürfelt, steigt der Wert um 1 (die Range geht von -1 bis +2).

Wir spielen mit recht hohem Tempo und Fokus auf die Highlights der Saga. Für die Kinder schwäche ich einige Teile in ihrer Gewaltdimension etwas ab und habe leicht die Komplexität der Hintergründe reduziert. Ich stelle aber immer wieder fest, dass die Kinder deutlich mehr aufnehmen können, als ich ihnen manchmal zutrauen wollte. Ich mag das Tempo und die Entscheidungsfreude der Kinder sehr gerne und gehe bisher immer erschöpft aber beschwingt aus den Sessions heraus.

Wir lassen im Hintergrund manchmal Tabletop Audio mit passender Geräuschkulisse laufen. Wir zünden meist eine Kerze an und sitzen auf Sofas gemütlich verteilt. Ich vermeide eine zu frontale Aufteilung beim Sitzen, also sitze nicht als Meister separat von den Spielenden, sondern unter ihnen. Wir machen in den 2,5 Stunden Spielzeit ein oder zwei kleine Pausen für Toilettenbesuch und um Getränke und Snacks nachzufüllen. Als Snacks gibt es Möhren und Gurke im Allgemeinen.

Vom Charakter her spielen die Kinder alle mit Begeisterung aber unterschiedlicher Ausprägung. Ein Kind liebt den Rollenspiel-Anteil, verstellt gerne seine Stimme, möchte möglichst immersiv spielen und sieht seinen Charakter als stark übermütig. Die anderen beiden spielen sehr vorsichtig, fühlen förmlich die Angst, die ihre Charaktere haben müssten und begeben sich nur in Gefahr, wenn es etwa darum geht einen Freund zu retten. Ein Kind ist so Feuer und Flamme, dass es öfters gebremst werden muss, Ratschläge zu geben, wenn die anderen gerade im Spotlight sind. Ein Kind hat eine Sammelleidenschaft und möchte am liebsten von allem eine Erinnerung mitnehmen, ob es nun ein zerbrochener Pfeil der Hochelfen ist, oder eine Blume aus dem Tal der Donnerwanderer.

Gion
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Re: Phileasson Saga mit Siebenjährigen

Beitrag von Gion » 01.11.2026, 15:09

Von den Phileasson-Expedition-NSCs sind bei uns Ynu, Raluf, Ohm, Shaya, Phileasson und Crottet dabei. Alle konnten nach und nach als lebendige Figuren eingeführt werden und die Kinder sind immer sehr interessiert daran zu hören, was die anderen in der Gruppe machen.

Wir haben bisher folgende Sessions gespielt:
1) Wintersonnenfest in Thorwal und der Beginn der Wettfahrt
2) Schiffbruch in Olport und Begegnung mit den Eisigeln
3) Besuch im Tal der Donnerwanderer
4) Das alte Heiligtum und das Grab im Eis
5) Besuch des Himmelsturms
6) Besuch von Riva und die Zorgan-Pocken

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Re: Phileasson Saga mit Siebenjährigen

Beitrag von Gion » 01.11.2026, 15:11

Für mich besonders interessante Beobachtungen und Erlebnisse:
  • Den Kindern ist es in jeder Session wichtig, Freundschaften zu schließen, ob mit Yetis, mit Nivesen, in Riva oder mit Ynu und Raluf
  • Im Himmelsturm war es für alle Kinder eine absolute Selbstverständlichkeit, dass sie nichts von Wert mitnehmen. Plündern war für sie ein No-Go - das gehört ihnen nicht und man kann auch Tote nicht beklauen.
  • Bei den Yetis mitzuessen, obwohl es für alle sehr eklig klang, war ihnen wichtig - die Gastfreundschaft musste gewürdigt werden.
  • Ein Gegner, wie die Shakagra, der zwar schon besiegt ist, aber nochmal gefährlich werden kann, bekommt aber lieber den Todesstoß - die eigene Sicherheit geht vor.
  • Bei der Hinrichtung in Riva wollte eines der Kinder unbedingt dabei sein und am besten den Henker ersetzen. Sie hatten von den Gräueltaten von Rudolph dem Grausamen (?) zuvor gehört. Als aber Bruder Osais eine flammende Rede für eine Läuterung des Täters gehalten hat, waren alle ganz sicher, dass der Täter eine Chance verdient.
  • Sabotage-Akte gegen Beorn zu verüben, etwa in dem man die Träne der Nurti entfernt, lösen interne Diskussionen aus. Man ist sich nicht sicher, ob man das befürworten kann oder nicht. Vor allem ist die Sorge, dass Beorn die Träne nicht zurück zu Mutter Galandel bringt größer als der Vorteil im Wettstreit. Man fragt dann aber doch lieber Shaya, was angemessen ist.
  • Die Hintergrundgeschichte zum Himmelsturm ist eigentlich ziemlich komplex und aufwändig zu erklären. Ich ging fest davon aus, dass den Kindern das zu viel ist. Aber sie haben sich mit Verve auf jeden neuen Hinweis gestürzt und immer neue Thesen entwickelt und ihre alten angepasst, um zu verstehen, was den Himmelsturm zum Himmel-Sturm gebracht hat.
  • Stufenaufstiege sind den Kindern sehr wichtig. In unserem System können sie sich etwas passend zum Erlebten aussuchen: Lebenspunkte um 3 erhöhen, einen vorgegebenen neuen Zauber oder eine Fertigkeit lernen, eine Beziehung festigen.
Was Groß und Klein gemeinsam hatten in den Durchläufen der Saga bei mir:
  • große Empörung über Beorn und die Sorge, übervorteilt zu werden
  • die Versuchung Einzelner den Gong im Himmelsturm zu schlagen und das Entsetzen in den Augen der anderen darüber
  • dass sich der Esprit der Völkerverständigung bei der Saga sehr schnell durchsetzt

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Re: Phileasson Saga mit Siebenjährigen

Beitrag von Gion » 06.11.2026, 09:25

Neueste Session: Feiern mit den Nivesen nach überstandener Seuche und der Überfall am Rabenpass.

Als Einstieg habe ich eine Feier gewählt. Gemeinsam in die Schwitzhütten gehen, sich gegenseitig Geschenke machen und die Freundschaften festigen. Dafür hat jeder je eine Szene, also insgesamt sechs Szenen bekommen. Ein paar Bilder von Nivesen habe ich dazu gezeigt und die Feier beschreibend ausgeschmückt.

Nächste Station war der Überfall der Wildschweinreiter Goblins auf dem Rabenpass. Ich hatte unauffällig bei den Abendessen an den Vortagen schon mal das Thema auf Goblins gelenkt, sie daran erinnert, dass sie die kranken Goblins, denen sie zuerst mal begegnet waren, am liebsten auch noch unterstützt hätten. So waren die Gegner nicht nur namenlose Monster. Der Waldläufer Schneller Pfeil war mit Nirka auf Spähmission und stieß auf eine Gruppe Wildschweinreiter. Sie flohen direkt vor ihnen durch die Überzahl. Aber Schneller Pfeil schoß einen noch mit einem Pfeil vom Schwein. Später hat er sich bei dem Krieger dafür entschuldigt.

Bei den anderen wurde wie vorgesehen die Herde geteilt. 150 Karene gerieten in die Hände der Goblins. Die Traurigkeit war groß, dass es nun nicht mehr zum Überleben der Sippe reicht, was man in Norburg einnehmen kann. Die Kinder waren wie öfters recht hilflos vor der Situation. Da merke ich dann schon einen Unterschied zu Erwachsenen, die sofort lösungsorientiert denken wollen und vielleicht auch schon dutzende Geschichten kennen und wissen, was von ihnen erwartet wird. So hat Phileasson die Kinder ein bisschen da hin getragen, dass sie sich auf die Suche nach den Karenen machen.

Am Wasserfall, dem Eingang zu, geheimen Tal der Goblins stießen sie auf eine Wache. Auch hier hatten sie nicht vor sich heranzuschleichen, sondern riefen die Wache, um mit ihr zu reden. So hatten sie schnell mit einer führenden Kriegerin zu tun und später auch mit der Schamanin. Die Verhandlungen waren zäh aber interessant. Die Kinder haben aufgezählt, wen sie alle schon besiegt haben und bekämpft haben und haben dafür Beweise wie eine Gletscherwurmschuppe vorgeführt. Sie wollten ihre Gefährlichkeit zeigen.

Dann entschied es sich, dass die Schamanin und unser Zauberer Python einen Zauber-Stand-off haben würden, einen kleinen Zauberwettbewerb. Wer die beeindruckendsten Zauber zeigen könne und nicht erschöpft ist, sollte gewinnen. So sahen wir Wetter und Pflanzenmanipulationen von der Schamanin und einen Auge des Limbus und einen Flim Flam unseres Zauberers. Die Entscheidung fiel, als sich unsere Spitzbube Sana bereit stellte, sich von einer Klippe herabzustürzen, nur im letzten Moment mit einem Paralü versteinert. Das klappte nicht richtig gut. Sana konnte sich im letzten Moment unversteinert noch an der Klippe festhalten, bis dann doch die Versteinerung wirkte und Sana sich herabstürzen konnte.

Daraufhin gaben die Goblins die Hälfte der Karene wieder her. Gemeinsam mit den Nivesen wurde dann bei den Goblins ein großes Fest gefeiert und noch mehr Geschenke ausgetauscht.

Die Session endete mit einem Stufenaufstieg. Den machen wir jede zweite Session.

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