[H'rangas Kinder] Amazonen einbauen

Diskussionen über die Questen und Hintergründe der Phileasson-Saga.
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Woltgar Bodiak
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[H'rangas Kinder] Amazonen einbauen

Beitrag von Woltgar Bodiak » 16.03.2020, 18:00

Hallo,
meine Spielgruppe ist gerade am Anfang dieses Abenteuerteils dabei, die Drachensteine gen Vallusa zu verlassen.
Angeregt durch die Lektüre der "Jahr des Greifen" Roman-Trilogie von Hohlbein/Hennen hatte ich mir überlegt, den Amazonen aus dem Amazonenköniginnenreich Yeshinna und insbesondere der Amazone Lysandra aus dem 3.Orkensturm schon mal einen Kurzauftritt zu gönnen. Yeshinna liegt ja fast auf dem Weg, wenn Phileasson mit seiner Truppe die Misa abwärts reisen möchte - "Endlich mal wieder aufs Wasser, und wenn's nur ein Floß oder Boot auf so einer mickrigen Wasserrinne ist" ;-)

Leider hat sich der Amazonenauftritt für mich als Spielleiter als deutlich größere Herausforderung dargestellt, als bei der schnellen Vorbereitung vermutet.
Falls ihr auch mit dem Gedanken spielt, dass eure Helden in der Phileasson-Saga Amazonen kennen lernen sollen, in einem später noch folgenden Beitrag meine Gedanken und bisherigen Probleme dazu, damit andere es hoffentlich besser umsetzen können.
Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Gedanken und Ideen zu solch einem Treffen mit Amazonen als Hilfe für alle zukünftigen Spielleiter*Innen in diesem Thread einbringt.

Ich habe für unseren Gruppenzwerg eine Kurzepisode eingebaut, in der die Helden durch den Berg "Apeps Wacht" auf riesige Tropfsteinhöhlen, Wühlschrate und unbekannte Pilze stoßen und schließlich am südlichen Höhlenausgang eine Abkürzung zur Misaquelle finden. Durch die Begegnung mit Apep und diese Abkürzung durch den Berg verlieren sie zwar alle ihre Pferde, können aber dennoch Zeit gewinnen und planen, mit einem Floß die Misa bis Vallusa hinunter zu fahren. Damit kommen sie unwissentlich auch durch das Gebiet der Amazonenfreiheit Yeshinna.

Hier noch meine Textschnipsel, wie ich das Aufeinandertreffen im stillen Kämmerlein geplant hatte:
Die Helden haben die Höhle verlassen und wandern dem Quellbach der Misa folgend weiter nach Süden:
Eurer beschwerlicher Weg führt von den Höhenzügen hinab in die noch immer kargen Täler, immer entlang des Quellflüsschens. Zahlreiche weitere kleine Bächlein lassen den Bach schnell breiter und reißender werden.
Ihr habt ihr erneut das Gefühl beobachtet zu werden. [Sinnenschärfeprobe: Ihr könnt nichts entdecken. Sind das etwa schon wieder die Drachen, die euch im Auge behalten?]
Am frühen Nachmittag durchwandert ihr eine tiefe Klamm, die der reißende Bach durch die Felsen gegraben hat. Die Klamm ist zwischen 10 und 30 Schritt breit und rechts und links des Bachs locker mit lichtem Buschwerk bestanden.
Der Boden steigt nach rechts und links zunächst sehr flach an, ehe er abrupt übergeht in 60 Schritt hoch aufragende, zerklüftete Klammwände.
Nach einer knappen halben Stunde in der Klamm könnt ihr für einen kurzen Moment hoch oben auf einem Felsen rechts hinter euch eine Lichtreflexion wahrnehmen. Dann erblickt ihr auf einem Felsen 20 Schritt rechts hinter euch, 50 Schritt höher auf einem Plateau an der Klammkante stehend eine einzelne Person. Es scheint eine Kriegerin zu Fuß zu sein. Gerüstet in offenbar hochglänzende Rüstung die das Sonnenlicht spiegelt, mit einer gewaltigen, roten Bürste auf dem Helm. Die Kriegerin hat wohl keine Waffe gezogen, mehr Details sind aufgrund der Entfernung aber nicht erkennbar.
[Heldenaktionen?]
Die Kämpferin scheint euch fast unbeweglich intensiv zu beobachten und macht auch keinerlei Anstalten zu reagieren oder sich zu verstecken, als ihr alle sie anstarrt oder ihr etwas zuruft.
Nach einigen Minuten unbewegten starrens dreht sich die Kriegerin um und verschwindet aus eurem Sichtbereich.
[Probe Sinnenschärfe:] Ihr hört kurze Zeit später ein Pferd oben auf der Klamm außerhalb eures Sichtbereichs nach Süden galloppieren.
Dafür erblickt ihr nun etwa 100 Schritt vor euch ebenfalls auf der rechten oberen Klammkante eine andere, ebenso gerüstete Kriegerin. Sie beobachtet euch ebenso unbewegt, bis ihr ein gutes Stück an ihr vorbeigewandert seid. Als ihr näher kommt könnt ihr erahnen, dass die Rüstung reich mit Applikationen verziert ist, jedoch merkwürdiger weise garnicht alle Körperpartien bedeckt. Bauch und Oberschenkel sind entweder in dünnes helles Leder gekleidet oder gänzlich unbedeckt.
[Bildcollage Amazone auf Felsplateau]
Immer wieder seht ihr rechts von euch auf dem Höhenzug eine dieser merkwürdig gerüsteten Kämpferinnen stehen und euch beobachten. Ihr seid euch schnell sicher, dass es sich jedes Mal um jeweils eine der beiden Kriegerinnen handelt, die eure Wanderung durch die Klamm abwechselnd von oben beobachten.
Die Klamm wird allmählich flacher, immer näher über euch steht eine dieser Kriegerinnen unbewegt auf der Klammkante.
[Heldenaktionen, Kontaktversuch mit den Kriegerinnen über den Köpfen der Helden:] Wenn die Helden um ein Gespräch bitten, ggf. nach dem/der 'AnführerIn' fragen, verlässt die Angesprochene den oberen Klammrand und reitet deutlich hörbar von dannen. Ziehen die Helden in der flachen Klamm weiter, werden sie von der übriggebliebenen Kriegerin begleitet. Lagern die Helden abwartend, bleibt die verbleibende Kriegerin außerhalb der Reichweite der Helden beobachtend oben auf dem Klammrand.

Am frühen Abend schließlich reitet eine Schar von 24 sehr ähnlich gerüsteten Kriegerinnen auf sehr kräftigen aber etwas kleineren schwarzen Pferden eine sanfte Bergflanke vom ehemals hochgelegenen Plateau der Klamm herunter. Der Wuchs der Pferde scheint perfekt an das schwierige bergige Gelände angepasst zu sein. Der große Reitertrupp galoppiert in strenger militärischer Ordnung durch die Klamm auf euch zu, aber sie scheinen keine Waffen zum Angriff gezogen zu haben.

Als sich der große Reitertrupp eurer Gruppe nähert, verlangsamt sich deren Tempo zunächst. Schließlich etwas 30 Schritt von euch entfernt hebt wohl die Anführerin ihre linke offene Hand, wedelt einmal mit geballter Faust und abgespreiztem Zeigefinger zackig rechts-links vor ihrem Helm und hält dann kurz ihre offene Hand vor die Vorderseite der Helmbürste und ruft in klar verständlichem Garethi: „Eskadron Haaalt“.
Sofort teilt sich der Trupp der Reiterinnen soweit es das buschbestandene Gelände zulässt. Die 23 hinter ihr reitenden Kriegerinnen kommen aufgefächert nebeneinander in strenger Ordnung 20 Schritt vor euch zum Halten, jeweils mit beiden Händen die Zügel ihrer Pferde kurz gefasst.
[Heldenreaktionen?]
Weder Pferde noch Reiterinnen zeigen nach dem Halt eine nennenswerte Bewegung. Es muss sich um militärisch hervorragend ausgebildete Pferde
und Kriegerinnen handeln. Am Sattel entdeckt jeweils einen seltsam geformter Kurzbogen, ein Köcher mit Pfeilen sowie ein merkwürdig geformtes Schild, am Gürtel der Reiterinnen erkennt ihr jeweils einen auffällig gebogenen Reitersäbel in einer reich verzierten Säbelscheide.

Nur die Anführerin reitet euch noch einige Schritt entgegen. 5 Schritt vor euch zügelt auch sie ihr Pferd: „Rondra und Travia zum Gruße“ schallt euch fast militärisch knapp mit harter Stimme von der Anführerin entgegen. Die Frau ist wohl an die 190 Halbfinger groß, schwer zu schätzen auf dem Pferd, vor allem mit dieser riesigen Bürste als Helmzier, die bei ihr als einzige weiße Borsten aufweist. Die Reiterinnen hinter ihr haben alle rote Bürsten auf dem Helm.
Kurz gleitet ihr Blick über jeden einzelnen in eurer Gruppe (Kriegskunst: Sie taxiert eure Reaktionen und verschafft sich wohl gewohnheitsmäßig einen Überblick), bevor sie von ihrem Pferd absteigt.
Die Anführerin wendet sich direkt an Shaya:
„RONdra zum Gruße, Schwester. Kommt heran und teilt euch mit. Ihr steht vor Lysandra von Yeshinna, Führerin der Eskadron.
Was haben ein schwer bewaffneter Reitertrupp und eure Marschtruppe als Geleit je einer Traviageweihten im Gebiet der Amazonenfreiheit Yeshinna zu verrichten?“

Gesprächsoptionen:

1)
Lysandras Blick fällt auf Knauf und Griff Selflanatils: „Wissensbewahrerin Gerlowine, tritt zu mir!“
Leise, aber für geübte Ohren noch immer vernehmbar spricht Lysandra zu der abgesessenen Kriegerin, die nun zu ihr mit einem Kriegergruß herantritt:
„Wie lautet die Beschreibung des Rosenschwertes der Göttin aus der Sage vom Pakt von Löwin, Drache, Mensch und Herr der Wulfen?“
Kurz besinnt sich die Frau mittleren Alters ehe sie Lysandra offenbar ein wörtliches Zitat zuraunt:

„Lysandra, es liegt nur eine mit zahlreichen Fragen und Kommentaren versehene Übersetzung des verschollenen Originaltextes vor. Leider scheint die Übersetzerin mit dem Originaltext große Schwierigkeit gehabt zu haben. Das macht es zusätzlich schwer, die ursprüngliche Bedeutung zu erfassen. Die meiner Meinung nach beste und wahrscheinlichste Übersetzung der Beschreibung lautet:

‚So aber ward beschlossen und besiegelt von Alveransleuin, Drakenkönig, Mensch und Herr der Wulfen, dass die ewige geflammte Rosenklinge der Göttin solange vor dem Antlitz alles Sterblichen verborgen sein soll, bis der Glanz ihres Namens zur Mahnung und Schrecken finsterer Magie und ihre geflammte Schärfe zur Vernichtung alles Zerstörenden auf Geheiß der Löwin wieder zurückkehren soll in die – oder der?- Hand der wahrhaftigen Trägerin dieses Schwertes.‘ Dann folgt eine lange Beschreibung, in der alle Beteiligten versichern, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um den Pakt zu sichern. Erst danach kommen wieder einige Zeilen mit der Beschreibung des Schwertes:
‚Der feste Griff mit der erblühende roten Rosenknospe im Knauf gebe der göttlichen Kämpferin im Namen der Gerechtigkeit Sicherheit und Festigkeit beim Führen der Rosenklinge gegen alle - hmmm – ungenannten? - Schrecken. Die silbernen Rosendornen mögen die Hand und Geist schützen und stärken, in dem Moment, da diese das Schwert der Göttin gegen die Horden des Verderbens führen.
Doch lasse dich nicht Blenden und Verführen von der Kostbarkeit und dem Schmuck dieses göttlichen Werkzeugs. Nichts als Unglück wird es dir bringen, solltest Du nicht den Pfaden der ewigen alten göttlichen Gerechtigkeit mit deinem ganzen Herzen folgen. Nur wer rein im Herzen die Worte des Schwertes versteht, soll die Rosenklinge zu ihrer ewigen alten Aufgabe führen.“

Als die Wissensbewahrerin geendet hat, folgt ihr Blick dem Lysandras. Gerlowine erbleicht sichtlich und ein kurzer Laut des Erstaunens kommt über ihre Lippen, als auch sie Selflanatil bei <Held> erblickt.

Wenn die Rechtmäßigkeit des Besitzes von Selflanatil entweder durch eine Botin zu Apep vom Drachen bestätigt wird, oder den Amazonen die Drachenschuppe Apeps als Beweis und ‚Ausweis‘ genügen:

"Es ist gut für euch, auf kürzestem Wege unser Königinnenreich wieder zu verlassen. Erlaubt uns, euch Geleitschutz bis zu den Grenzen unseres Königinnenreiches zu geben!"

Der Fluss führt noch über 3 kleinere Wasserfälle. Da könnt ihr noch nicht mit einem Floß reisen.

Weiter unten liegt ein kleiner Weiler mit einem Bootssteg. Dort leihen sich manchmal Schafhirten zwei oder drei Boote aus, um ihre Wollballen nach Vallusa zum Verkauf zu bringen. Flussauf müssen die Boote dann leider mühsam auf dem Treidelpfad gezogen werden, da die Strömung schnell sehr stark wird.

Ich hatte nicht bedacht, dass meine Heldentruppe bis auf die NSCs Shaya und Lailath ausschließlich aus Männern besteht. Entsprechend kam mit auftauchen der Amazonen von meinen Spielern schon der erste berechtigte Spott im Sinne von: Oh, das wird ja interessant. Unterhält sich der Spielleiter mit seien NSCs ab jetzt nur noch selbst untereinander ohne uns Spieler?

Erst mit dem Erkennen Selflanatils, des 'Rosenschwerts der Alveransleuin' habe ich den Dreh bekommen, dass die Spielercharaktere auf glaubwürdige weise in den Augen der Amazonen trotz ihres männlichen Geschlechts würdige Gesprächspartner sein können.

Schattenkatze
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Re: [H'rangas Kinder] Amazonen einbauen

Beitrag von Schattenkatze » 16.03.2020, 18:25

Die Amazonenrüstung sieht anders aus, als Du sie beschrieben hast. Kein Stoff an Bauch und Oberschenkel.

Wie ist es denn sonst so abgelaufen? Das liest sich jetzt nach einer kurzen Begegnung am Wegesrand ohne weitere Ereignisse.
Grob so was in der Art habe ich auch vor. Als altes Amazonen-Fan-Girls kann natürlich bei mir nicht durch die Drachensteine gereist werden, ohne zumindest eine Begegnung zu haben (ich habe auch unter SC wie NSC weibliche Charaktere^^).
Lysandra einzubauen (auch wenn bei uns nicht JdG später gespielt werden soll) ist eine nette kleine Anspielung.

Schattenkatze
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Re: [H'rangas Kinder] Amazonen einbauen

Beitrag von Schattenkatze » 30.03.2020, 15:18

Um hier noch mal drauf zurückzukommen: Wie ist es denn sonst so abgelaufen? Kam da noch was?

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