[Wie der Wind der Wüste] Rosentempel (Roman Nr 7, MI)

Diskussionen über die Questen und Hintergründe der Phileasson-Saga.
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phil
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[Wie der Wind der Wüste] Rosentempel (Roman Nr 7, MI)

Beitrag von phil » 22.03.2019, 09:04

Hallo zusammen,

der 7. Teil der Romanreihe, Rosentempel ist erschienen! Da der leicht verplante Laden, in dem ich das Buch letzte Woche gleich nach Erscheinen abgreifen wollte, ihn leider noch nicht auf Lager hatte und ich danach erstmal mit Fieber flach lag, habe ich noch keinen Blick ins Buch werfen können - das wird aber bald nachgeholt und ich gebe hier dann wie üblich meine Meinung kund :-)!

Hat schon jemand mit der Lektüre begonnen?

Lieben Gruß
Philipp

Woltgar Bodiak
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Re: [Wie der Wind der Wüste] Rosentempel (Roman Nr 7, MI)

Beitrag von Woltgar Bodiak » 22.03.2019, 13:38

Upps, danke für die Erinnerung.
Ich hab den Erscheinungstermin total verpasst. :shock:
Irgendwie ist es um die Romanserie leider so ruhig geworden.

Viele Grüße an alle, die so wie ich noch immer gespannt auf jede Neuerscheinung warten.
Stefan

phil
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Re: [Wie der Wind der Wüste] Rosentempel (Roman Nr 7, MI)

Beitrag von phil » 27.03.2019, 10:11

So, mittlerweile halte ich den mit Spannung erwarteten Rosentempel in den Händen :-). Ich habe zwar erst knapp ein Drittel gelesen, tue hier aber schon mal (wie immer ohne Rücksicht auf Spoiler) erste Eindrücke kund - leider bisher keine sehr positiven :-(.

Der Prolog ist meiner Meinung nach etwas langatmig, diesmal geht es um die Hintergrundgeschichte Galaynes (der zugegebenermaßen nicht zu meinen Lieblingscharakteren zählt). So wird aber endlich das Mysterium, warum Galayne Beorn im ersten Band bereits erwartet, um sich seiner Ottajasko anzuschließen, gelüftet - und ich habe mich sehr über ein Easter-Egg für Fans von Bernhard Hennens früheren DSA-Romanen (namenlich Drei Nächste in Fasar) gefreut!

Danach fängt die Geschichte zunächst etwas gemütlich an, mit "Downtime" der beiden Ottajaskos in Khunchom bzw. Zorgan. So langsam kommt ein wenig Licht in die Vergangenheit des Foggwulfs (bin gespannt, was in diese Richtung noch geschieht). Humoristisches Highlight bisher: Die Begegnung von Phileassons Ottajasko mit einem Schriftsteller in Khunchom, der wunderbar überdrehte Schundromane über die Abenteuer der Phileasson-Expedition schreibt :-D.

Leider regt mich die Beorn-Seite der Saga bisher nur auf. Dass der Blender selbst dauerhaft notgeil ist und gefühlt während der Hälfte der aus seiner Sicht geschriebenen Passagen die Frauen in seiner Umgebung angeifert, nervt ja schon genug (und ich vermute mal, dass selbst den mitlesenden männlichen Hetero-Teenagern, die offenbar entscheidender Teil der Zielgruppe sind, die 10. Darstellung von Brüsten unter verschiedenartigen Gewändern nicht mehr viel gibt).

Völlig daneben ist für mich aber die Darstellung Araniens, und die gesamte Intrige um eine untergeschobene Vergewaltigung gehört zum Schlimmsten, was ich seit langer Zeit gelesen habe: Weil eine Jungfrau, die mit einem novadischen Würdenträger verheiratet werden soll, bei einem Sturz vom Pferd ihre Unschuld verloren hat, beschließt die Herrscherin Araniens, einem durchreisenden Thorwaler, dessen Ladung sie an sich reißen möchte, eine Vergewaltigung zu unterstellen (so mit Rauschkräutern nach seinem Bordellbesuch und so) - gehts noch?! Wer will bitte sowas lesen?

Ich hoffe, es bessert sich, wenn die eigentliche Geschichte Fahrt aufnimmt - momentan ist meine wochenlange Vorfreude auf den Roman leider ziemlich abgeebbt.

Woltgar Bodiak
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Re: [Wie der Wind der Wüste] Rosentempel (Roman Nr 7, MI)

Beitrag von Woltgar Bodiak » 27.03.2019, 12:52

Hallo Phil,
ich bin gerade mit dem 7. Band durch, und kann dir Mut machen: spätestens ab der zweiten Hälfte mit dem Eintreffen in Fasar wird der Roman zunehmend deutlich besser, wenn man von den Beschreibungen der Rahjageweihten und des Geschehens im Rahja-Tempel absieht.

Der Prolog mit der Hintergrundgeschichte Galaynes hat mir über weite Passagen gut gefallen und ich habe ihn nicht als langatmig empfunden. Ich bin insgesamt sehr froh, dass die Autoren jedem Band einen so ausführlichen Prolog voransetzen, der jeweils eine Figur oder Hintergrund-Episode so ausführlich schildert (extra ausgenommen der für mich mit den Vergewaltigungsszenen völlig inakzeptable Prolog des ersten Bandes).

So wie du habe auch ich mich über die immer wieder eingestreuten kurzen Exkurse, die Phileassons Vergangenheit etwas erahnen lassen.

Das Verhältnis der Textanteile von Beorn und Phileasson ist deutlich besser geworden, aber auch in 'Rosentempel' ist es nach meinem Geschmack noch immer zu sehr eine Beorn Saga.

Das matriachalische Aranien fand ich insgesamt noch passabel beschrieben, der Plot mit der angehängten Schändung einer Jungfrau wird ja zumindest inneraventurisch erklärt, nachdem selbst Beorn im Roman die Maharani Sybia al'Nabab fragt, warum sie 'alles so kompliziert macht'.

Die Intrigenspiele in Festum sind wieder ganz gut geraten, das Pferderennen bekommt einen angemessenen aber nicht überzogen großen Plotanteil. Gut fand ich die Schwierigkeiten Phileassons aber vor allem auch Beorns beschrieben, den richtigen Propheten aufzuspüren und wie im folgenden die Konsequenzen ihrer Entscheidungen aussehen.
Interessant und überraschend fand ich

Spoiler:
das (wie im Stil von Game of Thrones) und wie Praioslob im Angesicht und mit Hilfe der Macht seines Gottes ermordet wird.
/Spoiler

Die Art, wie der Bettlerzug bis zur Khôm nur knapp beschrieben wird werde ich für meine Abenteuergruppe versuchen zu adaptieren (falls wir jemals bis dahin kommen ;-) .

Bei der Beschreibung der Beni Geraut Schie habe ich anfangs etwas das geheimnisvolle Flair vermisst. Das kam bei mir erst zum Schluss rüber.

Den Cliffhanger am Ende fand ich etwas verfrüht und abrupt angesetzt.

Das klingt insgesamt deutlich negativer, als ich diesen Roman in seiner Gänze empfunden habe. Auf einer Skala von 0 bis 10 Punkten würde er wohl immerhin noch 7 Punkte knapp erreichen.

phil
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Re: [Wie der Wind der Wüste] Rosentempel (Roman Nr 7, MI)

Beitrag von phil » 06.04.2019, 07:34

So, bin seit einigen Tagen nun auch durch - und ja, die letzten zwei Drittel haben mir deutlich besser gefallen, sowohl inhaltlich, als auch in Sachen Erzähltempo :-)! Ich bin also wieder versöhnt, unterm Strich ein guter Band.

Einige unsortierte Gedanken dazu (Spoiler!):
Die Einblicke in Phileassons Vergangenheit mit Brunylda fand ich schön - dass diese Storyline außerdem in einem herzerwärmenden Freundschaftsmoment zwischen Asleif und Ohm gipfelt, hat mich sehr gefreut, da das Verhältnis der beiden immer noch einer meiner Lieblingsaspekte der Saga ist. Aufgrund der weiter wachsenden Zahl an Charakteren (ich hätte fast Meisterpersonen geschrieben ;-)) kommen leider nach wie vor (und wohl unvermeidlicherweise) einige etwas zu kurz, insbesondere auf Phileassons Seite (in diesem Band fallen mir spontan Shaya und Vascal ein). Dass Praioslob so viel Spotlight bekommt, fand ich gut, und sein schockierendes Ende hat mich auch sehr überraschend getroffen.

In der zweiten Hälfte des Buchs sind die Settings für meinen Geschmack auch wieder sehr gut getroffen. Die Intrigen zwischen den Erhabenen in Fasar und das Chaos der Stadt springen der Leserschaft auf jeder Seite entgegen.

Das parallele Vorgehen der beiden Ottajaskos hat mir auch hier schon sehr gefallen; die gelegentlichen Berührungspunkte im Umfeld des Pferderennen, des Diebstahls Selflanatils etc., ohne dass es ständig zur völligen Eskalation kommt, bereichern die Geschichte ungemein. Das ist insbesondere ein Aspekt, den ich bei uns am Spieltisch etwas vermisst habe - aber natürlich ist das im Spiel narrativ auch etwas schwieriger umzusetzen als in einem Roman.

Tie'Shianna selbst fand ich absolut großartig - sowohl die intensive Interaktion zwischen den Ottajaskos (allen voran die Gänsehautszene zwischen Beorn und Phileasson vor dem Abstieg), als auch die Darstellung der versunkenen Stadt, die hervorragend zu meinen Vorstellungen passt.

Der Cliffhanger im Finale hat mich nicht gestört, wobei wir natürlich auch schon einiges darüber wissen, wie es nun weitergeht ;-). Ich bin gespannt, ob es nun Beorns gesamtes Gefolge auf die Inseln im Nebel verschlagen hat oder ob zu dieser Gelegenheit etwas "ausgedünnt" wird.

Nach der Vorschau auf die (mal wieder göttlichen) Cover des 8. und 9. Bandes fängt nun wieder das Warten an :-).

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